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Echtes Johanniskraut
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Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch Echt-Johanniskraut, Gewöhnliches Johanniskraut, Durchlöchertes Johanniskraut, TĂŒpfel-Johanniskraut oder TĂŒpfel-Hartheu, meist kurz Johanniskraut oder Johanneskraut (Ă€lter auch Joanniskraut) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der JohanniskrĂ€uter (Hypericum) innerhalb der Familie der Hypericaceae (frĂŒher HartheugewĂ€chse). Es findet seit langer Zeit Anwendung als Heilpflanze, heute vor allem als mildes Antidepressivum.
Contents
âą Namensgebung
âą Beschreibung
âą Ăkologie
âą Vorkommen
âą Systematik
âą Inhaltsstoffe
âą Giftigkeit
âą Nutzung
âą Anbau
âą Krankheiten
âą Siehe auch
âą Geschichte
âą Quellen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Namensgebung
VolkstĂŒmlich wird das Echte Johanniskraut (lateinisch hypericum, frĂŒher auch ypericoncite-ref-1[1] und Hypericoncite-ref-2[2]cite-ref-3[3]) auch als Herrgottsblut bezeichnet.cite-ref-4[4] Der Name bezieht sich auf Johannes den TĂ€ufer, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum blĂŒht.cite-ref-5[5] Auch die lateinische Bezeichnung Flores sancti Johanniscite-ref-6[6] (âBlĂŒten des heiligen Johannesâ), der englische Name St Johnâs wort und der spanische Name hierba de San Juan beziehen sich auf Johannes den TĂ€ufer. Der Name Durchlöchertes Johanniskraut (und auch die lateinische Bezeichnung Hypericum perforatum) bezieht sich auf die dicht mit durchscheinenden ĂldrĂŒsen besetzte Blattspreite.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie bildet stark verzweigte Wurzelkriechsprosse und eine spindelförmige, bis zu 50 Zentimeter tief reichende Wurzel. Der aufrechte StĂ€ngel ist durchgehend zweikantig und innen markig ausgefĂŒllt (nicht hohl). Dadurch unterscheidet sich das Echte Johanniskraut von anderen Johanniskrautarten. Im oberen Bereich des StĂ€ngels ist das Echte Johanniskraut buschig verzweigt.
Die gegenstĂ€ndig angeordneten LaubblĂ€tter sind mehr oder weniger sitzend. Die einfache Blattspreite ist bei einer LĂ€nge von bis zu 3 Zentimetern oval-eiförmig bis lĂ€nglich-linealisch. Die Blattspreite ist dicht mit durchscheinenden ĂldrĂŒsen besetzt. Der Blattrand ist mit schwarzen DrĂŒsen punktiert. Bei den zahlreichen durchscheinenden Punktierungen der Spreite handelt es sich um GewebslĂŒcken, die durch Spaltung oder Auseinanderweichen von ZellwĂ€nden entstanden sind und in denen das helle Ă€therische Ăl konzentriert ist.
Generative Merkmale
Die BlĂŒtezeit reicht von Juni bis August. Der meist reichblĂŒtige trugdoldige BlĂŒtenstand ist aus Dichasien mit (zur Fruchtzeit gut erkennbaren) Schraubeln zusammengesetzt.
Die zwittrigen BlĂŒten sind radiĂ€rsymmetrisch und fĂŒnfzĂ€hlig mit doppelter BlĂŒtenhĂŒlle. Die fĂŒnf KelchblĂ€tter sind bis zu 5 Millimeter lang, lĂ€nger als der Fruchtknoten, (ei)-lanzettlich, fein grannenartig zugespitzt, mit hellen und schwarzen DrĂŒsen. Die fĂŒnf goldgelben KronblĂ€tter sind bis 13 Millimeter lang, nur auf einer Seite gezĂ€hnt und am Rande schwarz punktiert. Die KronblĂ€tter enthalten in GewebslĂŒcken das blutrote Hypericin, das beim Zerreiben (am besten mehrere BlĂŒtenknospen nehmen) auf den Fingern eine RotfĂ€rbung hinterlĂ€sst. Die einzelnen KronblĂ€tter sind aufgrund ihrer gedrehten Knospenlage etwas asymmetrisch, sodass die ganze BlĂŒte in offenem Zustand einem âWindradâ Ă€hnlich sieht. Die 50 bis 60, manchmal bis 100 StaubblĂ€tter umgeben in drei BĂŒscheln angeordnet den Fruchtknoten. Aus den drei Staubblattanlagen entstehen durch zentrifugales Dedoublement drei Cluster mit insgesamt bis zu 100 StaubblĂ€ttern.cite-ref-derivate-7-0[7] Der oberstĂ€ndige, ovale Fruchtknoten ist in drei FĂ€cher unterteilt, die kĂŒrzer sind als die KelchblĂ€tter.
Nektar wird nicht angeboten, stattdessen wird reichlich Pollen fĂŒr etwaige BestĂ€uber bereitgehalten.cite-ref-8[8]
Die Frucht besteht aus einer schmal-eiförmigen, bis 10 Millimeter langen, gerieften dreifÀchrigen Spaltkapsel. Die Samen sind bei einer LÀnge von etwa 1 Millimetern lÀnglich, gebogen und fein netzförmig.
Die Chromosomenzahl betrÀgt 2n = 32 oder 48.cite-ref-oberdorfer2001-9-0[9]
Ăkologie
Beim Echten Johanniskraut handelt es sich um eine sommergrĂŒne Schaftpflanze (ĂŒberwinternde Pflanze ohne Rosette) und Hemikryptophyten. Es wurzelt bis 50 Zentimeter tief.cite-ref-oberdorfer2001-9-1[9]
BlĂŒtenökologisch handelt es sich um eine homogene âPollen-Scheibenblumeâ. FremdbestĂ€ubung erfolgt durch Pollen suchende Insekten. Besucher sind besonders Bombus-Arten und Bienen- und Schwebfliegen-Arten. SelbstbestĂ€ubung ist durch die rĂ€umliche Trennung von GriffelĂ€sten und StaubbeutelbĂŒndeln erschwert, ist aber beim SchlieĂen der BlĂŒten möglich, wenn die schrumpfenden KronblĂ€tter die BlĂŒte wieder einhĂŒllen. Am Abend und beim AbblĂŒhen rollen sich die BlĂŒtenblĂ€tter an den Seiten in der LĂ€ngsachse ein.
Die kleinen Samen der bei Trockenheit geöffneten KapselfrĂŒchte werden von Tieren verschleppt (Zoochorie) oder durch den Wind verbreitet (Ballonflieger). Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelkriechsprosse.
Das Echte Johanniskraut dient mehreren Schmetterlingsarten als Raupenfutterpflanze. Darunter sind die mono- und oligophagen Arten Vielzahn-Johanniskrauteule (Actinotia polyodon), Trockenrasen-Johanniskrauteule (Actinotia radiosa), Blasser Hartheu-Grauspanner (Aplocera efformata), Trockenrasen-Hartheu-Grauspanner (Aplocera plagiata), GroĂer Hartheu-Grauspanner (Aplocera praeformata), Ruderalflur-Johanniskrauteule (Chloantha hyperici) und WeiĂer Hartheuspanner (Siona lineata).cite-ref-schmetterlinge-10-0[10]
Vorkommen
Das Echte Johanniskraut ist die in Europa am weitesten verbreitete Art der Gattung Hypericum. Es ist von Europa bis China, im westlichen Nordafrika in Marokko, Algerien und Tunesien sowie im sĂŒdwestlichen Sudan heimisch.cite-ref-powo-11-0[11] Das Echte Johanniskraut ist u. a. in weiten Teilen Nordamerikas, Teilen SĂŒdamerikas sowie in Australien, Japan und Korea ein Neophyt.cite-ref-powo-11-1[11]
Man findet es in tiefen bis mittleren Höhenlagen. Es steigt in Tirol bis 1700 Meter, im Wallis bis etwa 2000 Meter Meereshöhe auf.cite-ref-hegi-12-0[12] In Europa kommt es nördlich bis Brunö in 65° 28' nördlicher Breite vor.cite-ref-hegi-12-1[12] Es wĂ€chst verbreitet in GebĂŒschsĂ€umen, an WaldrĂ€ndern, Wegen und Böschungen, in Magerwiesen und -rasen, in Ginster- und Heidekrautheiden, in Brachen und Waldverlichtungen oder auf Bahnschotter als Pionierpflanze. Es gedeiht in Gesellschaften der Klassen Trifolio-Geranietea, Epilobietea angustifolii oder auch des Verbands Dauco-Melilotion.cite-ref-oberdorfer2001-9-2[9]
Das Echte Johanniskraut tritt vorwiegend in gröĂeren Gruppen auf, allerdings sind diese selten bestandsbildend. Als ökologische Zeigerwerte nach Ellenberg wird Hypericum perforatum als Halbschattenpflanze fĂŒr mĂ€Ăigwarme bis warme Standorte bei gemĂ€Ăigtem Seeklima angegeben. Die angezeigte Bodenbeschaffenheit ist gleichmĂ€Ăig trocken bis mĂ€Ăig feucht und stickstoffarm, niemals jedoch stark sauer.
Verwechslungsgefahr
Echtes Johanniskraut kann leicht mit dem giftigen Jakobskreuzkraut verwechselt werden. Eine weitere Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem harmlosen Wiesenpippau.cite-ref-13[13]
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Hypericum perforatum erfolgte durch Carl von Linné.
Je nach Autor gibt es mehrere VarietÀten oder Unterarten:
âą SchmalblĂ€ttriges Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum var. angustifolium DC.; Syn.: Hypericum perforatum subsp. angustifolium (DC.) Gaud.): Es hat schmalere BlĂ€tter und kleinere BlĂŒten. Diese VarietĂ€t enthĂ€lt praktisch kein Rutin, was fĂŒr die pharmazeutische Verwertung ungĂŒnstig ist. Die eigentlichen Wirkstoffe im Johanniskraut scheinen nur in Kombination mit Rutin ihre Wirksamkeit zu entfalten.cite-ref-wolf2001-14-0[14] Diese VarietĂ€t gedeiht in Mitteleuropa besonders in Gesellschaften der Klasse Festuco-Brometea.cite-ref-oberdorfer2001-9-3[9] Sie wird von manchen Autoren zu Hypericum perforatum subsp. veronense gestellt.cite-ref-powo-subsp-veronense-15-0[15]
âą Hypericum perforatum subsp. chinense N.Robson: Sie kommt in China vor.cite-ref-powo-subsp-chinense-16-0[16]
âą BreitblĂ€ttriges Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum var. latifolium W.D.J.Koch, Syn.: Hypericum perforatum subsp. latifolium (W.D.J.Koch) A.Fröhl.): Es hat breitere BlĂ€tter und gröĂere BlĂŒten.
âą KleinblĂ€ttriges Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum var. microphyllum DC.): Es hat kleinere BlĂ€tter und kleinere BlĂŒten. Es wird von manchen Autoren zur Unterart Hypericum perforatum subsp. veronense gestellt.cite-ref-powo-subsp-veronense-15-1[15]
âą Gewöhnliches Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum L. subsp. perforatum): Es gedeiht von Europa bis Sibirien und zur westlichen TĂŒrkei.cite-ref-powo-subsp-perforatum-17-0[17] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind fĂŒr diese Unterart in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mĂ€Ăig feucht aber mĂ€Ăig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), NĂ€hrstoffzahl N = 3 (mĂ€Ăig nĂ€hrstoffarm bis mĂ€Ăig nĂ€hrstoffreich), KontinentalitĂ€tszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).cite-ref-infoflora-18-0[18]
âą Veroneser TĂŒpfel-Hartheu (Hypericum perforatum subsp. veronense (Schrank) A.Fröhl.): Es hat eiförmige, höchstens 1 cm lange LaubblĂ€tter und KelchblĂ€tter, die nur 1 mm breit sind. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Makaronesien, Mitteleuropa und das Mittelmeergebiet bis zum Sudan und zum westlichen Himalaja. Es gedeiht in Mitteleuropa in Gesellschaften des Verbands Dauco-Melilotion oder der Klasse Sedo-Scleranthetea.cite-ref-oberdorfer2001-9-4[9]cite-ref-powo-subsp-veronense-15-2[15]
âą Hypericum perforatum subsp. songaricum (Ledeb. ex Rchb.) N.Robson: Sie kommt von der Ukraine bis ins nordwestliche China vor.cite-ref-powo-subsp-songaricum-19-0[19]
Inhaltsstoffe
Inhaltsstoffe des Echten Johanniskrauts sind u. a.cite-ref-wichtl-20-0[20]
âą Naphthodianthrone (sog. Hypericine) (0,1â0,3 %): Hypericin, Pseudohypericin
âą Phloroglucin-Derivate (0,2â0,4 %): Hyperforin, Adhyperforin
âą Flavonoide (2â4 %): Quercetin und dessen Glycoside Hyperosid, Rutin, Isoquercitrin, Miquelianin und Quercitrin sowie Biflavone, u. a. I3, II8-Biapigenin, Amentoflavon
âą Procyanidine
âą Xanthon-Derivate
⹠PhenolcarbonsÀuren: CryptochlorogensÀure
âą Ătherisches Ăl (geringe Mengen): vorwiegend Sesquiterpene, u. a. Caryophyllen, Spathulenol (bis zu 7,2 % des Ă€therischen Ăls)cite-ref-21[21]
Johanniskraut guter QualitĂ€t enthĂ€lt durchschnittlich 0,1â0,15 % Gesamt-Hypericine (Ph. Eur. 5.0, S. 2485), welche vor allem in den ExkretblĂ€ttern der BlĂŒten und Knospen lokalisiert sind.cite-ref-pz2020-22-0[22] Diese setzen sich aus durchschnittlich 0,2â0,3 % Hypericin, Pseudohypericin und Ă€hnlichen Substanzen zusammen. FĂŒr die Wirksamkeit sind des Weiteren 2â4 % Flavonoide und Biflavone verantwortlich. Bisher ausschlieĂlich in dieser Art nachgewiesen wurden das auch antibiotisch wirksame Hyperforin sowie das Adhyperforin in den BlĂŒten (2 %) und FrĂŒchten (4 %).
Nachdem der Hypericingehalt bis 1995 zur Bestimmung der Wirksamkeit der Droge Hyperici herba benutzt wurde, geht man inzwischen davon aus, dass die therapeutische Wirksamkeit durch ein Zusammenwirken mehrerer Wirkstoffe und Wirkmechanismen zusammenkommt, da ein Gesamtextrakt eine deutlich stĂ€rkere Hemmung der Monoaminoxidase bewirkt als isoliertes Hypericin. Zur Arzneimittelherstellung werden Hypericingehalte von 0,15 % und hohe Flavonoidgehalte gefordert, zudem mĂŒssen Grenzwerte fĂŒr Cadmium (0,5 mg/kg) und Blei (5,0 mg/kg) unterschritten werden.
Inzwischen gilt Hyperforin als der besser charakterisierte Inhaltsstoff, der die synaptosomalen Aufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sowie die neuronale Aufnahme der AminosĂ€uretransmitter GABA und L-Glutamat hemmt. Auch die im Johanniskraut enthaltenen Stoffe Hyperosid, Isoquercitrin und Biapigenin scheinen antidepressiv zu wirken. FĂŒr Rutin allein gilt dies nicht. Es gibt jedoch Hinweise, dass der Extrakt insgesamt nur wirksam ist, wenn auch Rutin enthalten ist.cite-ref-wolf2001-14-1[14]
Giftigkeit
Die Pflanzenteile sind leicht giftig. Die getrockneten BlĂŒten des Behaarten Johanniskrauts enthalten bis zu 1,4 % des roten Farbstoffes Hypericin (âJohannisblutâ). Die Hypericin-Aufnahme fĂŒhrt insbesondere bei nicht pigmentierten (weiĂen), aber auch an hellen, nicht behaarten Hautstellen dunkler Weidetiere nach der Bestrahlung durch Sonnenlicht zu HĂ€molyseerscheinungen (âHartheukrankheitâ).
Die phototoxischen Napthodianthrone wie das Hypericin wirken systemisch, nicht pigmentierte Hautstellen entwickeln EntzĂŒndungen mit Rötungen, Ădemen und LĂ€sionen. Johanniskraut tritt vermehrt auch im Heu auf, es ist hier rötlich braun und fĂŒhrt hier ebenso zu Vergiftungen und muss entfernt werden.cite-ref-23[23]
Nutzung
Anbau
Aufgrund der Verwendung als Heilpflanze wird das Echte Johanniskraut landwirtschaftlich angebaut.cite-ref-24[24] Gleichzeitig gilt es im ĂŒbrigen landwirtschaftlichen Anbau als âUnkrautâ und Weideunkraut.
FĂŒr die Produktion verschiedener PrĂ€parate auf Johanniskrautbasis werden Kultursorten des Johanniskrauts unter Feldbedingungen angebaut.
Bei der ZĂŒchtung geeigneter Sorten spielt die AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber der Pilzkrankheit Rotwelke eine wesentliche Rolle. Es stehen mehrere Sorten zur VerfĂŒgung (Stand: 26. April 2004cite-ref-25[25]): Anthos, Hyperixtrakt, Motiv, Uperikon, Hyperimed, Hyperiflor, Vitan, Hyperipharm und Hyperisol.
Die Aussaat erfolgt im FrĂŒhjahr oder Herbst, auch eine Pflanzung âvorgezogener Setzlingeâ im FrĂŒhjahr ist möglich. GedĂŒngt wird nur wenig, vor allem hohe Stickstoffgaben senken den Hypericingehalt in der Droge. Unkraut muss per Striegel sowie mit Maschinen- und Handhacke reguliert werden, gegen die Rotwelke darf nach der Ernte ein Fungizid eingesetzt werden.
Die Kultur erfolgt ĂŒber zwei bis drei Jahre, geerntet wird ein bis zweimal jĂ€hrlich. Dabei werden die Knospen, BlĂŒten und Zweigspitzen zur BlĂŒtezeit geerntet. FĂŒr Frischware wird das Kraut von Hand oder mit einer PflĂŒckmaschine geerntet. Zur Trocknung vorgesehenes Gut wird mit Spezialmaschinen oder umgebauten herkömmlichen Erntemaschinen (MĂ€hdrescher, FeldhĂ€cksler) eingebracht. Die KrautertrĂ€ge schwanken stark und liegen zwischen 4 und 26 t Frischmasse pro Hektar.
Den Pflanzen wird unmittelbar nach der Ernte bei 40â60 °C auf Satz-, Horden- oder Bandtrocknern das Wasser bis auf 10 % Restfeuchte entzogen.
Je nach Umweltbedingungen, zum Beispiel unterschiedlich starker Bestrahlung mit Ultraviolett (UV-B), verÀndert sich der Gehalt bioaktiver Inhaltsstoffe.cite-ref-26[26]
Krankheiten
âą Rotwelke (Erreger: Colletotrichum gloeosporioides)
SchÀdlinge
⹠der BlattkÀfer Chrysolina hyperici
âą Schattenwickler (Cnephasia)
âą Blattwespenlarven (Tenthredinidae)
Verwendung in Lebensmitteln
Johanniskraut-Zubereitungen sind auch vereinzelt in NahrungsergĂ€nzungsmitteln zu finden, dort meist als Johanniskrautöl (âRotölâ), dem allerdings innerliche arzneiliche Wirkungen vom Anbieter nicht zugeschrieben werden dĂŒrfen.
Verwendung in der Volksmedizin
Volksmedizinisch wird Johanniskraut als Tee und Tinktur auch bei Menstruationsbeschwerden und pubertÀtsbedingten Verstimmungen verwendet.
Das Johanniskrautöl (âRotöl, Johannisölâ, frĂŒhercite-ref-27[27] auch Sant Johans öl; Oleum Hyperici) wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung nach Verrenkungen und Verstauchungen, zur Wundheilung (Johanniskraut wirkt entzĂŒndungshemmend), bei BlutergĂŒssen und GĂŒrtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden. Auch sollen Sonnenbrand und Verbrennungen gelindert werden.
Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, âkaltes Ălâ.cite-ref-28[28] Man gewinnt es, indem man JohanniskrautblĂŒten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt, gelegentlich krĂ€ftig schĂŒttelt und in der Sonne stehen lĂ€sst. Diesen Vorgang nennt man Mazeration.
Mit einem Ansatzschnaps aus BlĂŒten und Kraut werden Einschlafstörungen und innere Unruhe behandelt.
Medizinische Anwendung
Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Neben dem Echten Johanniskraut (Hypericum perforatum) kamen (als âSant Johans Krautâ und Ă€hnlich benannt) bis in die Neuzeit auch Blut-Johanniskraut (Hypericum androsaemum) und QuirlblĂ€ttriges Johanniskraut (Hypericum coris)cite-ref-29[29] sowie Arnika zum Einsatz.cite-ref-30[30]
Heute wird Hypericum perforatum als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe und als Beruhigungsmittel eingesetzt. ĂuĂerlich werden ölige Zubereitungen unter anderem zur Wundbehandlung angewendet.
Die Pflanze wurde im Herbst 2014 von Wissenschaftlern der UniversitĂ€t WĂŒrzburg (âStudienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkundeâ) mit Verweis auf das groĂe medizinische Potenzial zur âArzneipflanze des Jahres 2015â gewĂ€hlt.cite-ref-31[31]
Behandlung leichter und moderater Depression
Echtes Johanniskraut ist eines der in Europa am hÀufigsten als Beruhigungsmittel und Antidepressivum eingesetzten Phytopharmaka.cite-ref-32[32] Die Wirksamkeit ist besser belegt als bei anderen pflanzlichen PrÀparaten mit vergleichbarem Anwendungsgebiet, wie etwa Lavendelöl und Passionsblumenextrakt. Im Allgemeinen sind weniger Nebenwirkungen zu erwarten als bei synthetischen Standard-Antidepressiva.cite-ref-33[33]
Wirksamkeit bei der Behandlung der Depression
Die pharmakologische Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit feststellten, als auch solche, die keine Ăberlegenheit gegenĂŒber Placebo zeigen. Insbesondere bei leichten Depressionen konnte eine Dosis-Wirkungsbeziehung experimentell nachgewiesen werden.cite-ref-34[34]
Klinische Leitlinien aus Deutschland, Kanada, den USA und GroĂbritannien sehen die Wirkung von Johanniskraut allgemein am ehesten bei milder oder mittelgradiger Depression nachgewiesen.cite-ref-pmid25583895-35-0[35]
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fĂŒhrt gemeinsam mit anderen Organisationen und Fachgesellschaften (BĂK, KBV, AWMF) Johanniskraut in der S3-Leitlinie â Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression aus dem Jahr 2015 als Möglichkeit eines ersten Therapieversuchs bei einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode an. Da nicht genau bekannt ist, welche Inhaltsstoffe in welcher Dosierung und ĂŒber welchen Mechanismus fĂŒr die antidepressive Wirkung von Johanniskraut verantwortlich sind, empfiehlt die Leitlinie solche PrĂ€parate einzusetzen, deren klinische Wirksamkeit in eigenen Studien gezeigt wurde. Der Einsatz von Johanniskraut bei leichter bis mittelgradiger Depression hat in der Leitlinie den Empfehlungsgrad 0 (âKannâ-Empfehlung: âBerichte von Expertenkreisen oder Expertenmeinung und/oder klinische Erfahrung anerkannter AutoritĂ€ten (Evidenzkategorie IV) oder Extrapolation von Evidenzebene IIa, IIb oder III). Diese Einstufung zeigt an, dass direkt anwendbare klinische Studien von guter QualitĂ€t nicht vorhanden oder nicht verfĂŒgbar waren.â)cite-ref-36[36]
Auch das Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ging 2009 davon aus, dass Johanniskraut bei leichten Depressionen eine Wirkung hat. Generell gab es jedoch eine deutliche AbhĂ€ngigkeit von der StudienqualitĂ€t: Je schlechter die QualitĂ€t der Studie, desto gröĂer stellt sich das AusmaĂ der aufgezeigten Effekte dar und umgekehrt. Bei Betrachtung allein derjenigen Studien mit der besten methodischen QualitĂ€t zeigt Johanniskraut nur einen sehr geringen Effekt. Das Institut geht davon aus, dass Johanniskraut bei schweren Depressionen nicht hilft, denn es erwies sich bei schwerer Depression in keiner Studie dem Placebo ĂŒberlegen.cite-ref-37[37]
Eine Cochrane-Review aus dem Jahr 2008 wertete 29 Studien mit zusammen mehr als 5000 Patienten aus, bei denen nach DSM- oder ICD-10-Kriterien eine Depression (major depressive disorder) vorlag. Die Autoren sehen in den Studien Evidenz, welche nahelegt, dass die Wirksamkeit der Johanniskrautextrakte in den Studien gegenĂŒber Placebo ĂŒberlegen ist und mit synthetischen Antidepressiva vergleichbar sei, bei besserer VertrĂ€glichkeit und geringeren Abbruchraten. Da die in den Studien festgestellte Wirksamkeit auch von dem Land, aus dem die Studie stamme, und ihrer PrĂ€zision abhĂ€nge, könne nicht ausgeschlossen werden, dass einige kleinere Studien aus deutschsprachigen LĂ€ndern mĂ€ngelbehaftet seien und zu optimistische Ergebnisse berichteten.cite-ref-38[38]
Eine erneute Metaanalyse aus dem Jahr 2016, die im Vergleich zum 2008 veröffentlichten Cochrane-Review auch einige neuere Studien miteinbezieht, kommt zu einem Ă€hnlichen Fazit. In den betrachteten Studien wurde ĂŒberwiegend ein standardisiertes Johanniskraut-Extrakt mit 0,3 Prozent Hypericin und 1 bis 4 Prozent Hyperforin verwendet. Etwa die HĂ€lfte der Studien wurde in Deutschland durchgefĂŒhrt. Die deutschen Studien ergaben tendenziell eine bessere Wirksamkeit der PrĂ€parate.cite-ref-39[39] Die meisten Studien liefen ĂŒber nur vier bis acht Wochen und verwendeten eine tĂ€gliche Dosis von 500 bis 1200 mg Johanniskraut.cite-ref-40[40]
Die bisherigen Studien liefern nicht genĂŒgend Daten, um einen Vergleich unterschiedlicher Johanniskraut-Extrakte oder eine Ermittlung der optimalen Dosis zu ermöglichen.cite-ref-41[41]
Die Stiftung Warentest empfiehlt die Verwendung von apothekenpflichtigen Mitteln, da diese Trockenextrakte mit nachgewiesener Wirksamkeit enthalten, und eine Dosierung von 900 mg tÀglich. Frei verkÀufliche Mittel enthalten meist die zu Saft gepresste Pflanze oder das getrocknete Kraut als Tee oder zu Pulver gemahlen, wobei Dosierung und Wirksamkeit nicht zuverlÀssig abgeschÀtzt werden können. Die Wirksamkeit als Beruhigungsmittel sei nicht nachgewiesen. Baldrianhaltige Mittel seien darum vorzuziehen.cite-ref-42[42]
Wirkungsmechanismen und Wirklatenz
Als Hauptwirkstoff des Johanniskrauts gilt Hyperforin. Standardisierter Johanniskrautextrakt erhöht durch eine Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin deren Konzentration an den Synapsen. AuĂerdem steigert es die Konzentration von Gamma-AminobuttersĂ€ure (GABA), Dopamin und L-Glutamat an, was in dieser Form kein Antidepressivum vermag. In der Folge vermindert sich die Anzahl der (noradrenergen) ÎČ-Rezeptoren. AuĂerdem bewirkt der Extrakt eine Herunterregulation der 5-HT2-Rezeptoren.cite-ref-43[43]
Die Wirkung der Johanniskraut-PrĂ€parate soll auf die chemisch definierten Substanzen Hyperforin und das frĂŒher als wirksamkeitsbestimmender Inhaltsstoff angesehenecite-ref-44[44] Hypericin zurĂŒckzufĂŒhren sein. Diese bewirken eine geringe bis mittelstarke cerebrale Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin; dies sind bekannte Wirkmechanismen synthetischer Antidepressiva. Das VerhĂ€ltnis der Wiederaufnahmehemmung betrĂ€gt in tierexperimentellen Untersuchungen Serotonin:Dopamin:Noradrenalin:GABA:Glutamat = 2:1:5:1:11.cite-ref-45[45] Eine MAO-Hemmung wurde immer wieder behauptet, konnte aber nie nachgewiesen werden. Andere Rezeptoren werden nicht beeinflusst.
Wie synthetische Antidepressiva zeigen auch Johanniskraut-Arzneimittel eine gewisse Wirklatenz. In der Regel tritt erst nach innerhalb von vier Wochen eine Verbesserung der depressiven Symptome ein.cite-ref-pz2020-22-1[22]
Die Absorption von Hypericin beginnt erst etwa zwei Stunden nach Anwendung. Die Eliminationshalbwertszeit von Hypericin liegt bei rund 20 Stunden und die mittlere Verweildauer bei etwa 30 Stunden. Nach drei bis vier Stunden wird die maximalen Hyperforin-Konzentrationen erreicht, eine Akkumulation scheint nicht aufzutreten. Hyperforin und auch das Flavonoid Miquelianin ĂŒberwinden die Blut-Hirn-Schranke. Toxische Effekte wurden nicht beobachtet.cite-ref-pz2020-22-2[22]
Eine Studie ĂŒber die Wirkung der kombinierten Einnahme mit Extrakt der Passionsblume (Passiflora incarnata) kam zu dem Ergebnis, dass die Wiederaufnahmehemmung fĂŒr Serotonin gesteigert wurde. BetrĂ€gt die Hemmung bei Echtem Johanniskraut alleine 60 %, so bringt die Kombination mit Passionsblumenextrakt die Wirksamkeit in den Bereich des zum Vergleich herangezogenen Fluvoxamins, bei dem die Hemmung 90 % betrĂ€gt. Eine Erhöhung der Dosierung verringert die Wirksamkeit allerdings wieder. Aufgrund der Wechsel- bzw. Nebenwirkungen des im Johanniskraut enthaltenen Hyperforins wĂ€re es wĂŒnschenswert, die Dosierung des Johanniskrautextrakts durch die gleichzeitige Einnahme von Passionsblumenextrakt senken zu können. Die QualitĂ€t der Studie wird trotz gewisser Unklarheiten als akzeptabel bis gut bewertet.cite-ref-46[46]
Nebenwirkungen
Johanniskraut-Arzneimittel sind im Allgemeinen gut vertrĂ€glich, unerwĂŒnschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf.cite-ref-48[48] In EinzelfĂ€llen wird von manischen Episoden berichtet, die von Johanniskraut induziert wurden.cite-ref-49[49] AuĂerdem kann Johanniskraut geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und MĂŒdigkeit und eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) hervorrufen, da Hypericin die Empfindlichkeit gegenĂŒber UV-Licht erhöht (PhotosensibilitĂ€tsreaktion). In hoher Dosierung wirkt es u. U. stark phototoxisch. Die PhototoxizitĂ€t wird jedoch erst bei einer Ăberdosierung um die 20-fache der empfohlenen Tagesdosis von 900 bis 1500 mg erwartetcite-ref-50[50]. HellhĂ€utige Menschen, die Johanniskraut regelmĂ€Ăig einnehmen und sich in Solarien oder auf Urlaubsreisen brĂ€unen wollen, sollten ein Absetzen des JohanniskrautprĂ€parates 14 Tage vor der ersten Licht- bzw. Sonneneinstrahlung erwĂ€gen. Bei bekannter Lichtempfindlichkeit ist Johanniskraut zu meiden. Selten kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Auch Rinder und Pferde, die zu viel Johanniskraut fressen, zeigen die genannten Symptome.
Bei sehr hohen Dosierungen kann es zu leichten Formen eines Serotonin-Syndroms kommen. Symptome sind unter anderem Schwindel, GrippegefĂŒhl, BewusstseinseintrĂŒbung, unwillkĂŒrliche Muskelzuckungen und AngstzustĂ€nde. Die Ăberdosierungssymptome können mit den depressiven Symptomen verwechselt werden und zu einer weiteren Erhöhung der Dosis verleiten.
Wechselwirkungen
Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass Johanniskraut zu einem verstĂ€rkten Abbau von manchen anderen Wirkstoffen fĂŒhrt. Deshalb wurde das zuvor frei erhĂ€ltliche Johanniskraut 2003 der Apothekenpflicht unterstellt. Ausgenommen von der Apothekenpflicht sind Zubereitungen, die in einer Tagesdosis bis zu 1000 mg DrogenĂ€quivalent und bis zu 1 mg Hyperforin enthalten, Tee und zur Ă€uĂeren Anwendung bestimmter Frischpflanzensaft oder ölige Zubereitungen (Rotöl). Aufgrund der Wechselwirkungen wurde Johanniskraut in der Republik Irland schon vor einigen Jahren der Verschreibungspflicht unterworfen. Seit April 2009 unterliegen in Deutschland JohanniskrautprĂ€parate mit der Indikation âmittelschwere Depressionâ der Verschreibungspflicht.
Johanniskraut steigert die Produktion der Abbauenzyme Cytochrom P450 3A4 und Cytochrom P450 1A2 in der Leber.cite-ref-51[51] Hierdurch steigt die Abbaurate einer Vielzahl von Wirkstoffen an und sie können ihre Wirkung verlieren.cite-ref-52[52]
Cytochrom P450, Subtyp 3A4 verstoffwechselt u. a. Hormone. So kann Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille und anderer hormoneller VerhĂŒtungsmittel beeintrĂ€chtigen.cite-ref-53[53]
Johanniskraut-Trockenextrakt steigert die Enzym-AktivitĂ€t von P-Glykoprotein, CYP3A4, CYP2C9 und CYP2C19 ĂŒber das PXR-Transkriptionsfaktor-System. Ciclosporin, Tacrolimus, Amprenavir, Indinavir und andere Protease-Inhibitoren, Irinotecan und Warfarin dĂŒrfen darum nicht zugleich mit Johanniskraut eingenommen werden. Auch die Verstoffwechselung von Wirkstoffen wie Amitriptylin, Fexofenadin, Benzodiazepine, Methadon, Simvastatin, Digoxin oder Finasterid wird bei paralleler Einnahme durch Johanniskraut-Zubereitungen beeinflusst. Ebenfalls kann es zum Wechselwirkungen mit AnĂ€sthetika kommen. In der Regel normalisiert sich das Enzym-Niveau im Körper innerhalb von einer Woche nach dem Aussetzen der Einnahme.cite-ref-pz2020-22-3[22]
Es bestehen auch Wechselwirkungen mit bestimmten AIDS-Medikamenten (HIV-Proteaseinhibitoren), Antibiotika wie Clarithromycin und einigen Antidepressiva. Die HIV-Proteasehemmer und das Antibiotikum können ihre Wirkung ganz oder teilweise verlieren, was bei den zugrunde liegenden ernsten Erkrankungen schwerwiegende Folgen haben kann.
Auch Immunsuppressiva, die zum Beispiel nach Transplantationen gegen die AbstoĂungsreaktion des Körpers gegeben werden, werden abgeschwĂ€cht. Es sind TodesfĂ€lle bei Johanniskrauteinnahme mit gleichzeitiger Immunsuppression beschrieben worden. Johanniskraut senkte in einer schwedischen Studie bei einer Gabe von 600 mg pro Tag mit einem (vergleichsweise hohen) Hyperforin-Gehalt von 4 % nach 14 Tagen die Plasmahöchstkonzentration, die Area under the curve und die Halbwertszeit von Finasterid um etwa 50 %.cite-ref-54[54]
Eine AbschwÀchung der Wirkung oder Wirkungsaufhebung tritt auch bei den trizyklischen Antidepressiva Amitriptylin sowie Nortriptylin, Herzglykoside, Antikoagulantien (Phenprocoumon), Methadon, Buprenorphin, Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, ValproinsÀure), Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Alprazolam, Lorazepam) und benzodiazepinÀhnliche Substanzen (z. B. Zolpidem und Zopiclon) sowie etlichen andere Wirkstoffgruppen auf.cite-ref-pmid19859815-55-0[55]
Die enthaltenen Napthodianthrone wie Hypericin und Pseudohypericin sowie Phloroglucinderivate wie Hyperforin und Flavonoide bewirken eine Hemmung der synaptosomalen Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Dopamin.
Bei gemeinsamer Einnahme mit Antidepressiva wie Buspiron, Triptanen sowie Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram, Sertralin oder Nefazodon besteht die Möglichkeit einer VerstĂ€rkung serotoninerg bedingter Wirkungen und Nebenwirkungen (Ăbelkeit, Durchfall, Blutdruckschwankungen, Erregung) bis hin zur Auslösung des lebensgefĂ€hrlichen Serotonin-Syndroms (starke Blutdruckschwankungen, Fieber, BewusstseinseintrĂŒbung, Verwirrtheit, KrĂ€mpfe).cite-ref-henderson2002-56-0[56]cite-ref-pz2020-22-4[22] Andererseits können einige der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer durch die Beschleunigung ihres Abbaus auch in ihrer Wirkung abgeschwĂ€cht werden. Bei Einnahme solcher Kombinationen ist die Wirkung schlecht vorhersehbar.
Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit
Beim Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten.cite-ref-57[57] Johanniskraut wurde in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel genutzt.cite-ref-58[58]
Siehe auch
Geschichte
Von der Gattung Johanniskraut gibt es viele verschiedene Arten. Welche davon in der antiken und mittelalterlichen Literatur konkret gemeint ist, lĂ€sst sich nicht mit Sicherheit belegen. Manchmal wurden damals unter einer Bezeichnung auch mehrere der heutzutage beschriebenen Arten gefasst. Oft wurde Johanniskraut von Autoren des Mittelalters und der frĂŒhen Neuzeit unter dem Namen Hartheu beschrieben.cite-ref-59[59] Die Forschergruppe Klostermedizin argumentiert, dass erst bei Adam Lonitzer (1546) eine Differenzierung von Hartheu erfolgte, wobei er den Namen St. Johannskraut mit Hypericum perforatum gleichsetzte. Daraus wird geschlossen, dass die Pflanze Hartheu bei Hildegard von Bingen (12. Jahrhundert) oder Leonhart Fuchs (1543) eine andere der Hypericum-Arten meint.cite-ref-niedenthal-60-0[60]
Unter den Namen hyperikon, androsaimon (MÀnnerblut), koris und ascyron beschreibt Dioskurides offenbar vier verschiedene Arten von Hypericum.cite-ref-dioskurides-61-0[61]cite-ref-marzell-62-0[62] Eine Zuordnung einer dieser Arten zu Hypericum perforatum war laut Marzell nicht möglich.cite-ref-marzell-62-1[62] Als Indikationen gibt Dioskurides in seiner Materia medica (1. Jh.) Ischias an, wie auch Linderung von Brandwunden.cite-ref-niedenthal-60-1[60]
WĂ€hrend bei mittelalterlichen und antiken Autoren vor allem die Wirkung bei Brandwunden, der Wundbehandlung allgemein, Gicht und rheumatischen Beschwerden im Fokus stand, bildet das Lorscher Arzneibuch aus dem frĂŒhen Mittelalter (795) eine ĂŒberraschende Ausnahme. Dies Ă€lteste erhaltene Buch der Klostermedizin empfiehlt Johanniskraut bei Melancholie, was im heutigen Sprachgebrauch mit Depression und TrĂŒbsinn gleichgesetzt werden kann und auch im 21. Jahrhundert als Einsatzgebiet anerkannt wird.cite-ref-niedenthal-60-2[60]cite-ref-63[63]
Konrad von Megenberg (14. Jh.) beschreibt in seinem Buch Buch der Natur unter Kunigskron (Königskrone) ein Johanniskraut, bei dem er leber- und nierenreinigende Wirkung angibt sowie eine herzstĂ€rkende Indikation. Er gibt an, dass das Kraut auch St. Johannskraut genannt wird.cite-ref-marzell-62-2[62]cite-ref-64[64] Dieser Beitrag ist eine fast wörtliche Ăbersetzung von Albertus Magnus Text zur Königskrone, etwa 100 Jahre frĂŒher, in seinem Werk De vegetabilibus et plantis libri VII (6, 213). Marzell vermutet, dass beide Autoren die gleichen Quellen benutzten.cite-ref-marzell-62-3[62]
Quellen
âą Antike â SpĂ€tantike: Dioskurides 1. Jh.cite-ref-dioskurides-61-1[61] --- Plinius 1. Jh.cite-ref-65[65] --- Galen 2. Jh.cite-ref-66[66] --- Pseudo-Dioscorides de herbis femininis. 6. Jh.cite-ref-67[67]
âą Arabisches Mittelalter: Avicenna 11. Jh.cite-ref-68[68] --- Konstantin 11. Jh.cite-ref-69[69] --- Pseudo-Serapion 13. Jh.cite-ref-70[70]
âą Lateinisches Mittelalter: Hildegard von Bingen 12. Jh.cite-ref-71[71] --- Guy de Chauliac 1363cite-ref-72[72] --- Gart der Gesundheit 1485cite-ref-73[73] --- Hortus sanitatis 1491cite-ref-74[74] --- Hieronymus Brunschwig 1500cite-ref-75[75]
⹠Neuzeit: Hieronymus Brunschwig 1512cite-ref-76[76] --- Paracelsus ca. 1525cite-ref-77[77] --- Otto Brunfels 1532cite-ref-78[78] --- Hieronymus Bock 1539cite-ref-79[79] --- Leonhart Fuchs 1543cite-ref-80[80] --- Gessner 1583cite-ref-81[81] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586cite-ref-82[82] --- Nicolas Lémery 1699/1721cite-ref-83[83] --- Onomatologia medica completa 1755cite-ref-84[84] --- Hecker 1814/15cite-ref-85[85] --- Philipp Lorenz Geiger 1830cite-ref-86[86] --- Rademacher 1846cite-ref-87[87] --- Wolfgang Schneider 1974cite-ref-88[88]
Historische Abbildungen
Literatur
âą Adam Michael Birkholz: Das Johanniskraut. Böhme, Leipzig 1781 (Digitalisierte Ausgabe der UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek DĂŒsseldorf).
âą Franz-Christian Czygan: Kulturgeschichte und Mystik des Johanniskrauts. In: Pharmazie in unserer Zeit. Band 32, 3, 2003, ISSN 0048-3664, S. 184â191.
âą P. A. De Smet: Herbal Remedies. Review Article. In: The New England Journal of Medicine. Band 347, 2002, S. 2046â2056, PMID 12490687.
Weblinks
Commons
: Echtes Johanniskraut (
Hypericum perforatum
)
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Echtes Johanniskraut. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
âą Hypericum perforatum L., TĂŒpfel-Hartheu. auf FloraWeb.de
âą Steckbrief und Verbreitungskarte fĂŒr Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
âą Hypericum perforatum subsp. veronense (Schrank) A. Fröhl., Veronenser TĂŒpfel-Hartheu. auf FloraWeb.de
âą Hypericum perforatum L. subsp. perforatum In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
âą Hypericum perforatum subsp. veronense (Schrank) Ces. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
âą Thomas Meyer: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos. Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Einzelnachweise
cite-note-11. â Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium NicolaĂŻ (Ms. 15624â15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium NicolaĂŻ. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 219 (Ypericon).
cite-note-22. â Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 144.
cite-note-33. â Vgl. auch Otto BeĂler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 237 (âypericon â sant iohans krut, scoba regia, ypericum, byumi, attricum, infariconâ).
cite-note-44. â Wirtgen: Ueber die Vegetation der hohen und der vulkanischen Eifel. In: Decheniana: Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preuĂischen Rheinlande und Westfalens. BĂ€nde 22-23. Bonn 1865, S. 284 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-55. â Heinrich Marzell: Unsere Heilpflanzen: Ihre Geschichte und ihre Stellung in der Volkskunde. 2. Aufl. (unter dem Titel Geschichte und Volkskunde der deutschen Heilpflanzen), Stuttgart 1938, S. 133â136 (â[âŠ] um Johannis in schönster BlĂŒte stehendâ).
cite-note-66. â Vgl. Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des âGart der Gesundheitâ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz â ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift fĂŒr Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25â38, hier: S. 33 (Flores sancti Johannis â[âŠ]nes blomeâ).
cite-note-88. â Artsteckbrief: Biologische Merkmale. In: FloraWeb. Abgerufen am 9. Juni 2024.
cite-note-oberdorfer2001-99. â Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora fĂŒr Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo MĂŒller. 8., stark ĂŒberarbeitete und ergĂ€nzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 665.
cite-note-schmetterlinge-1010. â Schmetterlingsfutterpflanze Hypericum perforatum L., Echtes Johanniskraut In: FloraWeb
cite-note-powo-1111. â Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte fĂŒr Hypericum perforatum L. In: Plants of the World Online
cite-note-hegi-1212. â Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. 2. Auflage. Band V. Teil 1: Angiospermae: Dicotyledones 3 (1) (Linaceae â Violaceae). Carl Hanser bzw. Paul Parey, MĂŒnchen bzw. Berlin/Hamburg 1966, ISBN 3-489-72021-0, S. 526â530 (unverĂ€nderter Nachdruck von 1925 mit Nachtrag).
cite-note-1313. â Marlene Riederer: Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut â schön, aber giftig! In: BR24 (br.de). 21. Juli 2023, abgerufen am 13. MĂ€rz 2024.
cite-note-wolf2001-1414. â Elke Wolf: Johanniskraut: Bei der QualitĂ€t liegt einiges im Argen. Zitiert werden Manfred Schubert-Zsilavecz vom Biozentrum der UniversitĂ€t Frankfurt am Main und Michael Nöldner des Herstellers Schwabe. In: Pharmazeutische Zeitung, Band 27, 2001.
cite-note-powo-subsp-veronense-1515. â Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte fĂŒr Hypericum perforatum subsp. veronense (Schrank) H.Lindb. In: Plants of the World Online
cite-note-powo-subsp-chinense-1616. â Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte fĂŒr Hypericum perforatum subsp. chinense N.Robson In: Plants of the World Online
cite-note-powo-subsp-perforatum-1717. â Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte fĂŒr Hypericum perforatum subsp. perforatum In: Plants of the World Online
cite-note-infoflora-1818. â Hypericum perforatum L. subsp. perforatum In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 1. November 2022.
cite-note-powo-subsp-songaricum-1919. â Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte fĂŒr Hypericum perforatum subsp. songaricum (Ledeb. ex Rchb.) N.Robson In: Plants of the World Online
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cite-note-2121. â K. H. C. Baser, T. Ozek, H. R. Nuriddinov, A. B. Demirci: Essential Oils of two Hypericum Species from Uzbekistan. In: Chemistry of Natural Compounds. Band 38, Nr. 1, 2002, S. 54â57.
cite-note-pz2020-2222. â Robert FĂŒrst, Ilse ZĂŒndorf: HMPC-Monographien - Extrakte aus Johanniskraut, Serie »Extrakt Kompakt«, Pharmazeutische Zeitung, 17.01.2020. In: pharmazeutische-zeitung.de
cite-note-2323. â Johanniskraut â Eine Giftpflanze auf dem Vormarsch (PDF; 0,8 MB) VeterinĂ€rmedizinische UniversitĂ€t Wien: Newsletter des Instituts fĂŒr TierernĂ€hrung und Funktionelle Pflanzenstoffe, 01/2021, abgerufen am 7. August 2022
cite-note-2424. â SĂ€chsische Landesanstalt fĂŒr Landwirtschaft: Heil- und GewĂŒrzpflanzen im ökologischen Landbau, 2002, abgerufen am 31. Mai 2024
cite-note-2525. â geschĂŒtzte / zugelassene Sorten. (Memento vom 18. November 2004 im Internet Archive)
cite-note-2626. â Germ, M., Stibilj, V., Kreft, S., GaberĆĄÄik, A., Kreft, I. (2010). Flavonoid, tannin and hypericin concentrations in the leaves of St. Johnâs wort (Hypericum perforatum L.) are affected by UV-B radiation levels. Food Chemistry, 122:471â474, doi:10.1016/j.foodchem.2010.03.008.
cite-note-2727. â Vgl. beispielsweise JĂŒrgen Martin: Die âUlmer Wundarzneiâ. Einleitung â Text â Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen, Band 52; medizinische Dissertation WĂŒrzburg 1990). Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 1991, ISBN 3-88479-801-4, S. 167.
cite-note-2828. â Peter Spiegels: Altes und neues HeilkrĂ€uterwissen. BLV, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-8354-0047-9, S. 55â56.
cite-note-2929. â Pedacii Dioscoridis Anazarbaei Kraeuterbuch [âŠ]. Ins Deutsche ĂŒbersetzt von Johannes Danzius, Frankfurt am Main (Petrus Uffenbach) 1610; Neudruck GrĂŒnwald bei MĂŒnchen 1964, S. 242, 243 und 244.
cite-note-3030. â Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Aus allen Mundarten und Zeiten zusammengestellt von Dr. G. Pritzel und Dr. C. F. W. Jessen. Philipp Cohen, Hannover 1882; Neudruck in 2 BĂ€nden Amsterdam 1967, S. 40 und 187.
cite-note-3131. â GewĂ€hlt: Arzneipflanze des Jahres 2015. In: Main Post. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 20. Oktober 2014; abgerufen am 2. Juni 2024.
cite-note-3232. â JĂŒrgen Clausen: Doppelt beruhigt mit Johanniskraut und Passionsblume?, Rubrik: Studien kurz und knapp, In: www.Carstens-Stiftung.de; abgerufen im MĂ€rz 2019
cite-note-3333. â Corinna Schraut: Pflanzliche Psychopharmaka â Was von Passionsblume, Lavendel und Johanniskraut zu erwarten ist. In: Deutsche-Apotheker-Zeitung.de; abgerufen im MĂ€rz 2019. Zitiert werden folgende Studien: Final community herbal monograph on Hypericum perforatum L., herba (well-established medicinal use). EMA/HMPC/101304/2008; 12. November 2009 Assessment report on Hypericum perforatum L., herba. (Memento vom 2. Februar 2016 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB) EMA/HMPC/101303/2008; 12. November 2009 K. Linde et al.: St Johnâs wort for major depression. Cochrane Database Syst Rev. 2008 Oct 8;(4):CD000448. Opinion of the Committee on Herbal Medicinal Products on a community herbal monograph on Hypericum perforatum L., herba (well-established medicinal use). EMA/HMPC/678923/2009; 12. November 2009 Johanniskraut: So gut oder schlecht wie konventionelle Antidepressiva? arznei-telegramm 2005; 36, S. 48 AWMF online, S3-Leitlinie / Nationale Versorgungs-Leitlinie Unipolare Depression, Version 1.3, Januar 2012
cite-note-3434. â S. Kasper et al.: Efficacy of St. Johnâs wort extract WS 5570 in acute treatment of mild depression: a reanalysis of data from controlled clinical trials. In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience. Band 258, Nr. 1, 2008, S. 59â63. PMID 18084790.
cite-note-pmid25583895-3535. â K. Linde, L. Kriston, G. RĂŒcker, S. Jamil, I. Schumann, K. Meissner, K. Sigterman, A. Schneider: Efficacy and acceptability of pharmacological treatments for depressive disorders in primary care: systematic review and network meta-analysis. In: Annals of family medicine. Band 13, Nr. 1, Januar/Februar 2015, S. 69â79, doi:10.1370/afm.1687, PMID 25583895, PMC 4291268 (freier Volltext) (Review).
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cite-note-7777. â Paracelsus: Herbarius ca. 1525, Huser-Ausgabe 1590, 7. Teil. S. 152â162: Von dem Sanct Johanns Krautt; digitale-sammlungen.de
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cite-note-8080. â Leonhart Fuchs: New KreĂŒtterbuch ⊠Michael Isingrin, Basel 1543, Kapitel 323: S. Johanskraut; digitale-sammlungen.de
cite-note-8181. â Ander Theil des Schatzs Euonymi ⊠erstlichen zusammen getragen durch Herren Doctor Cunrat GeĂner / Demnach von Caspar Wolffen ⊠beschriben und in Truck gefertiget / jetzt und aber newlich von Johann Jacobo NĂŒscheler in TeĂŒtsche Sprach vertolmetschet. ZĂŒrich 1583, S. 144â147: Das Oele von dem Harthauw; digitale-sammlungen.de; S. 283: Das Harthaw oder S. Johanns Saltz; digitale-sammlungen.de
cite-note-8282. â Pietro Andrea Mattioli: Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia. Ăbersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch Joachim Camerarius den JĂŒngeren, Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 317vâ319r: Sanct Johannskraut; digitale-sammlungen.de
cite-note-8383. â Nicolas LĂ©mery: Dictionnaire universel des drogues simples. Paris 1699, S. 372â373: Hypericum; biusante.parisdescartes.fr; Ăbersetzung. VollstĂ€ndiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [âŠ] ins Hochteutsche ĂŒbersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [âŠ]. Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 558â559: Hypericum; zeno.org
cite-note-8484. â Albrecht von Haller (Herausgeber): Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollstĂ€ndig erklĂ€ret [âŠ]. Gaumische Handlung, Ulm / Frankfurt am Main / Leipzig 1755, Sp. 795â797: Hypericum; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-8585. â August Friedrich Heckerâs practische Arzneimittellehre. Revidiert und mit neuesten Entdeckungen bereichert von einem practischen Arzte. Band I. Camesius, Wien 1814, S. 360: Herba Hyperici; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-8686. â Philipp Lorenz Geiger: Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen & zum Selbstunterrichte fĂŒr Ărzte, Apotheker & Droguisten. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 2. HĂ€lfte 1830, S. 1309â1310: Hypericum perforatum; digitale-sammlungen.de
cite-note-8787. â Johann Gottfried Rademacher: Rechtfertigung der von den Gelehrten misskannten, verstandesrechten Erfahrungsheillehre der alten scheidekĂŒnstigen GeheimĂ€rzte und treue Mittheilung des Ergebnisses einer 25jĂ€hrigen Erprobung dieser Lehre am Krankenbette. 2 BĂ€nde. Berlin 1841â1848. 2. Ausgabe 1846, Band I, S. 661: Hypericum als Gehirnmittel; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-8888. â Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Band 5/2. Govi-Verlag, Frankfurt a. M. (1974), S. 187â189: Hypericum; tu-braunschweig.de